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Valentino Braitenberg Award 2014 geht an Alexander Borst

Im Rahmen der Bernstein Konferenz in Heidelberg wurde der zweite Valentino Braitenberg Award for Computational Neuroscience an den deutschen Hirnforscher Alexander Borst verliehen.
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Alexander Borst
© GSN-LMU

Hauptforschungsbereich des Biologen ist die neuronale Informationsverarbeitung auf der Ebene einzelner Nervenzellen und kleiner neuronaler Schaltkreise. Dies untersucht er am Beispiel der visuellen Kurskontrolle in der Fruchtfliege Drosophila. "Aus mehreren Gründen ist dies ein verstehbares System. Seine Berechnungen sind von mäßiger Komplexität, die Berechnungen finden in Schaltkreisen statt, die nur eine begrenzte Zahl von Neuronen beinhalten (zumeist weniger als 100), und jede dieser Nervenzellen kann mittels genetischer Methoden manipuliert und in ihrer Aktivität beobachtet werden", so Borst.

Um ein ganzheitliches Bild über die Informationsverarbeitung im visuellen System der Fliege zu erhalten, kombiniert Alexander Borst verschiedene methodische Ansätze. Zum einen werden in seiner Arbeitsgruppe sehr präzise anatomische Rekonstruktionen der Nervenzellen angefertigt. Zum anderen werden die Physiologie der zellulären Antworteigenschaften sowie deren Rolle im Verhalten im Detail charakterisiert. Computersimulationen erlauben weiterhin die gewonnenen Erkenntnisse in einem größeren Rahmen zu betrachten und Vorhersagen für zukünftige Experimente zu machen. Inspiriert von den Erkenntnissen über das visuelle System der Fliege und die Art, wie sie Bewegungssignale verarbeitet, wird im Labor von Alexander Borst auch ein elektrischer Schaltkreis entwickelt, welcher die bewegte Umgebung über eine Kamera analysiert und ein Flugobjekt auf einem stabilen Kurs halten kann.

Webseite von Alexander Borst am Max-Planck-Institut für Neurobiologie, Martinsried.