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Benjamin Dann gewinnt Förderpreis des Deutschen Primatenzentrums

Auszeichnung für Forschung über Nervennetzwerke
Benjamin Dann gewinnt Förderpreis des Deutschen Primatenzentrums

Benjamin Dann, Foto: Karin Tilch

100 Milliarden Nervenzellen, die durch 100 Billionen Synapsen verbunden sind. Das ist die Grundlage für all unser Denken, Fühlen und Handeln. Was aber genau im Gehirn passiert, ist immer noch weitgehend unklar. Benjamin Dann hat sich dieser Frage angenommen. Er untersucht, wie Information über unsere Umwelt und über das, was wir planen zu tun, im neuronalen Netzwerk vorliegt und wie der Informationsfluss zwischen verschiedenen Hirnarealen koordiniert wird. Für seine Doktorarbeit wurde der Neurowissenschaftler nun mit dem Förderpreis des Deutschen Primatenzentrums - Leibniz-Institut für Primatenforschung ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vom Förderkreis des Instituts an Nachwuchswissenschaftler verliehen, die mit oder über nicht-menschliche Primaten forschen. Die Auszeichnung ist mit einem sechsmonatigen Stipendium an einem Forschungsinstitut eigener Wahl und einem Geldbetrag in Höhe von 1000 Euro dotiert, der von der Firma Euroimmun, Lübeck, gestiftet wurde.

Die Preisverleihung mit einem Vortrag des Preisträgers findet am Dienstag, dem 7. November 2017, um 18:15 Uhr im Hörsaal des Deutschen Primatenzentrums, Kellnerweg 4, in Göttingen statt. Besucher sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen. 

„Ich möchte verstehen, wie das Nervenzellnetzwerk im Gehirn funktioniert, also wie die neuronalen Signale kodiert, transformiert und koordiniert werden", sagt Benjamin Dann. Der Neurowissenschaftler hat im Rahmen seiner Doktorarbeit untersucht, wie das Nervennetzwerk über mehrere Hirnareale hinweg organisiert ist und wie Information in diesem Netzwerk verarbeitet wird. Dazu hat er bei Rhesusaffen die Aktivitäten einzelner Nervenzellen in drei verschiedenen Hirnarealen gemessen, während die Tiere bestimmte Greifbewegungen durchführen sollten. Dabei hat er herausgefunden, dass die Nervenzellen in den verschiedenen Hirnarealen, die die Greifbewegungen der Hände kontrollieren, stark arealübergreifend miteinander kommunizieren und dass Gruppen von Nervenzellen das Netzwerk steuern, indem sie als zentrale Knotenpunkte fungieren und den Informationsfluss innerhalb des Nervenzellverbunds koordinieren. Außerdem waren alle Nervenzellen des Netzwerks sowohl an der Verarbeitung des Gesehenen, der Planung verschiedener Greifbewegungen wie auch an ihrer Ausführung beteiligt.



„Benjamin Dann hat mit seiner Methode außergewöhnlich wertvolle Daten gewonnen", sagt Hansjörg Scherberger, Leiter der Abteilung Neurobiologie. „Sie tragen zu einem besseren Verständnis der Vorgänge in unserem Gehirn bei und könnten helfen, Therapien gegen Krankheiten zu entwickeln, die durch Störungen in der Netzwerkstruktur im Gehirn ausgelöst werden, wie etwa Schizophrenie und Autismus."

Text, DPZ Presse, 27.10.2017.

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