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Vom Sehen zum Greifen

Göttinger Neurowissenschaftler entschlüsseln, wie unser Gehirn Handbewegungen steuert (August 2016)

Unsere Hände sind hochentwickelte Greiforgane im Dauereinsatz. Schon bevor wir morgens unseren ersten Kaffee umrühren, haben wir eine Vielzahl von Handgriffen getan. Dabei fällt es uns genauso leicht, einen Stift präzise zwischen Daumen und Zeigefinger über das Papier zu dirigieren wie einen Ball zu fangen oder eine Türklinke zu bedienen. Wie unser Gehirn diese unterschiedlichen Handgriffe steuert, haben die Neurowissenschaftler Stefan Schaffelhofer und Hansjörg Scherberger vom Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung und dem Bernstein Zentrum Göttingen untersucht. In Studien mit Rhesusaffen haben sie herausgefunden, dass die drei Hirnareale AIP, F5 und M1, die für Planung und Ausführung von Handbewegungen verantwortlich sind, unterschiedliche Aufgaben im neuronalen Netzwerk erfüllen. Die Region AIP verarbeitet hauptsächlich visuelle Eigenschaften von Objekten, wie deren Größe und Form. Diese optischen Informationen werden im Bereich F5 in motorische Befehle umgewandelt. Das Areal M1 ist schließlich für die Ausführung der Greifbewegung verantwortlich. Die Ergebnisse der Studie tragen zur Entwicklung von Neuroprothesen bei, die künftig gelähmten Patienten helfen sollen, ihre Handfunktionen wiederzuerlangen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift eLife veröffentlicht.

Lesen Sie mehr in der vollständigen Pressemitteilung des Deutschen Primatenzentrums - Leibniz-Instituts für Primatenforschung.

 

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Handbewegungen werden im Primatengehirn durch die Areale AIP, F5 und M1 gesteuert. Copyright: Stefan Schaffelhofer

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