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Viele Umweltreize halten das Gehirn jung

Göttinger Wissenschaftler zeigen, dass eine stimulierende Umwelt die Hirntätigkeit fit hält und vor Beeinträchtigungen schützen kann (Januar 2014).

Körperliche, soziale und kognitive Umweltreize steigern die Hirnfunktion. Eine stimulierende Umgebung verstärkt die Fähigkeit neuronaler Netzwerke, sich in erfahrungsabhängiger Weise zu verändern. Dies passiert sogar bei erwachsenen Tieren, deren Gehirne im Gegensatz zu jungen Tieren üblicherweise weniger anpassungsfähig sind. Wissenschaftler der Universität Göttingen, des Bernstein Fokus Neurotechnologie Göttingen und des Bernstein Fokus Neuronale Grundlagen des Lernens, Teilprojekt "Visuelles Lernen", haben nun erstmals gezeigt, dass eine stimulierende Umwelt jugendliche Anpassungsfähigkeit im Gehirn erwachsener Mäuse nicht nur bewahren, sondern auch wiederherstellen kann. Zudem kann sie erwachsene Mäuse vor einer durch einen Schlaganfall beeinträchtigten Anpassungsfähigkeit schützen.

Die Forscherinnen und Forscher untersuchten Mäuse in besonders großen Käfigen mit Laufrädern, verschiedenen Labyrinthen und einer Vielzahl von Möglichkeiten für soziale Interaktionen. Über einen längeren Zeitraum maßen sie die Aktivitätsänderungen in der Sehrinde – einer Hirnregion, die visuelle Informationen verarbeitet. „Mäuse, die in dieser stimulierenden Umwelt lebten, zeigten sogar bis ins späte Erwachsenenalter eine hohe Plastizität, also Anpassungsfähigkeit, in der Sehrinde, und waren zusätzlich vor Beeinträchtigungen der Plastizität nach einem Schlaganfall geschützt“, so Prof. Dr. Siegrid Löwel, Leiterin der Abteilung Systemische Neurobiologie der Universität Göttingen. „Ein längerer Aufenthalt in der stimulierenden Umwelt konnte sogar die Plastizität adulter Mäuse wiederherstellen, die sich zuvor in normal großen Käfigen bis zu einem Alter aufhielten, in dem die Sehrindenplastizität üblicherweise verlorengeht.“

Lesen Sie mehr in der vollständigen Pressemitteilung der Georg-August-Universität Göttingen.

Copyright Vorschaubild: Greifzu et al. (2014) PNAS, Doi: 10.1073/pnas.1313385111 (modifiziert)

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